Klimawandel: Ein Vortrag provoziert

Professor Knut Löschke forderte die Rückkehr zur Vernunft

Unter dem Titel „Geben wir der Vernunft noch eine Chance!“ sprach der Physiker Prof. Dr. Dr. Knut Löschke, Hochschuldozent, Unternehmer und Mitglied im Aufsichtsrat der Deutschen Bahn AG, am vergangenen Freitag an der Universität Passau zur Klimapolitik. Der regionale Passauer Gesprächskreis der Friedrich-August-von-Hayek-Gesellschaft e.V. hatte eingeladen. Professor Löschkes Vortrag gliederte sich in drei Teile, „Klima“, „Energie“ und „Gesellschaft“. Während des Vortrags verließen fünf bis acht Zuhörer unter Protest den Hörsaal. Am Ende des Vortrags verglich Professor Löschke das „internationale Klimaregime“, wie sich die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen in einer EU-Broschüre selbst nennt, mit den sozialistischen Regimen in Deutschland. Sein Fazit: „Principiis obsta – Wehret den Anfängen!“ Dieser Vergleich ist nun vornehmlich in Kreisen wie der Grünen-Hochschulgruppe und im AStA/SprecherInnenRat umstritten. Die Thesen des DDR-erfahrenen Physikers Löschke bezüglich des letzten Vortragsteils „Gesellschaft“ lassen sich wie folgt zusammenfassen:

„Weltklimarat ist eine sozialistische Veranstaltung“

Wie kann es sein, dass bereits an Kindergärten und Grundschulen Kindern der Glaube an die Hypothese vom menschengemachten Klimaweltuntergang eingebleut wird, gleichzeitig aber kein Experiment vorliegt, das dies belegt? Wie kann es sein, dass eine über die Politik finanzierte Institution wie der „Weltklimarat“ IPCC nicht einmal vorläufig gesichertes Wissen als alleingültigen Maßstab verbreitet? Gleichzeitig geben deutsche Bildungsministerien Broschüren für Pädagogen heraus, die bilderbuchartig zeigen, wie Kritiker des menschengemachten Klimawandels wortwörtlich als „Skeptiker“ verunglimpft werden sollen. Die Methode, dass Kinder ihre Eltern beeinflussen, wird darüber hinaus als gewünscht empfohlen. Herr Professor Löschke kennt diese Methoden aus eigener Erfahrung im einst real existierenden DDR-Sozialismus. Deshalb hat er auf die Analogien und Tendenzen im Vergleich zu einstigen diktatorischen Systemen hingewiesen.

Menschengemachte Klimawandelhypothese ist nicht belegt

Der menschengemachte Klimawandel als Hypothese ist schließlich durch kein einziges Experiment belegt und steht nicht im Einklang mit bereits existierender physikalischer Theorie. Trotzdem wird diese Hypothese in reale Politik umgesetzt. Auch vor Betrug und Fälschungen schrecken Vertreter des IPCC nicht zurück, um ihren politischen Auftrag zu erfüllen: Zu zeigen, dass der Mensch das Weltklima beeinflusst. Dies beweisen der Climategate-Skandal und auch ein besonders krasses Fälschungsbeispiel, das Professor Löschke in seinen Präsentationsunterlagen vorstellte. Bei der Verbreitung der Hypothese des menschengemachten Klimawandels und den „Lösungsvorschlägen“ zur weltweiten „Klimakontrolle“ sind längst gefährliche Grenzen jenseits bloßer Lächerlichkeit überschritten. Diese rote Linie sieht auch der Physiker Löschke überschritten und engagiert sich darum ehrenamtlich für ein Umdenken in der Klima-Debatte.

Raubbau an den Ressourcen durch CO2-Vermeidungshysterie

Natürlich steht es jedem frei, Hypothesen in die Welt zu setzen und diese logisch und durch Experimente zu überprüfen. Die Politik macht jedoch die nicht belegte Hypothese vom menschengemachten Klimawandel zur Staatsreligion, die als gesichertes Wissen gepredigt und aus der absurde politische Handlungen abgeleitet werden. Die CO2-Vermeidungshysterie erzeugt Mehrkosten in der Energieproduktion. Die so verursachten ineffizienten Energieerzeugungsprozesse treiben die Preise auf dem Weltmarkt nach oben. Und dies nicht nur, weil Nahrungsmittel direkt verheizt oder der Vergärung zu Biogas zugeführt werden. Es wird allgemein auf knappe Produktionsmittel zugegriffen. Dadurch verteuert sich der Lebensunterhalt generell und weltweit. Wir in Deutschland können uns diesen Luxus vielleicht noch leisten. Anderswo auf der Welt verhungern Menschen. Darum ist es dringend notwendig, vernünftig über Hypothesen nachzudenken, statt sie blind anzuwenden.

Sind Vergleiche mit sozialistischen Regimen anstößig?

Ein Vergleich bedeutet, Gleiches und Ungleiches aufzuzählen, und ist für jede wissenschaftliche Analyse denknotwendig. Inhaltlich ist darum prinzipiell jeder Vergleich zulässig. Nichts anderes tat Professor Löschke. Eine Gleichsetzung der IPCC-Tagung mit den Parteitagen sozialistischer Regime in Deutschland, so wie linke Hochschulgruppen es während der Veranstaltung durch Zwischenrufe unterstellten, fand nicht statt. Professor Löschkes Vergleich unter dem Motto „Wehret den Anfängen“ mag wohl die Gefühle mancher verletzt haben. Aber hat dieser Vergleich nicht wachgerüttelt?

Linke Hochschulgruppierungen rufen zur Empörung auf

„Der Vortrag hatte nichts mit Wissenschaft zu tun, es war plumpe Polemik und hat mich sehr schockiert“, empört sich Karin Bugow, studentische Senatorin an der Uni Passau nun über das Sprachrohr des AStA-SprecherInnenRates im Internetblog. Überdies steht seitens des AStA der Vorwurf „weitestgehend ungenügender Quellenangaben“ im Raum. Die Quellen sind jedoch in den Vortragsfolien enthalten. Genaue Seitenangaben können auf Rückfrage an Professor Löschke eingeholt werden. Herr Löschke stellte für den weiteren Dialog in den Vortragsunterlagen extra seine private E-Mail-Adresse zur Verfügung. Felix Speidel, studentischer Senator der Universität Passau, schließt die AStA-„Pressemitteilung“ mit: „Ich bin entsetzt, dass Herr Löschke auf dieser Ebene argumentiert und Gegenmeinungen als faschistisch darstellt.“ Es wurden jedoch alle Fragen und auch Zwischenfragen zugelassen, auch die nicht aufgerufenen in lautem Tonfall. Gegenmeinungen als Hypothesen wurden, wie das Redemanuskript beweist, als nützlich und notwendig dargestellt. An den Methoden der linken Gruppierungen jedoch haftet offensichtlich, was sie selbst nicht über sich hören wollen. Ist die Empörung darum so groß? Dürfen extreme Minderheiten den öffentlichen Raum durch derart repressive Methoden besetzen?
Die sächsischen Landtagsabgeordneten Kerstin Köditz und Jana Pinka, die der Linkspartei angehören, fordern jetzt bereits den Rücktritt von Professor Löschke aus dem Innovationsrat der Staatsregierung, weil dieser den Neosozialismus als unmenschlich anprangerte. Der Vorfall zeigt, dass die Werte der Aufklärung wie Wahrheit, Vernunft und Dialog nicht ins Hintertreffen geraten dürfen und verteidigt werden müssen. Es bleibt also dabei: „Wehret den Anfängen!“

Dieser Beitrag wurde unter Aktuelles, Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

7 Antworten auf Klimawandel: Ein Vortrag provoziert

  1. Heiner Müller sagt:

    Herzlichen Dank an Prof. Löschke! Es erschreckt mich zutiefst, dass man mittlerweile Menschen für Ihre Zivilcourage beglückwünschen muss, wenn sie auch ’nur‘ wissenschaftliche Erkenntnisse kundtun. Manche Entwicklungen, vornehmlich der neudeutsche Wutbürger, machen mir wirklich Angst. Über den bösen Klimawandel kann ich hingegen nur herzhaft lachen, wobei es mittlerweile traurig ist, welche Unsummen dafür herausgeblasen werden, anstatt das Geld für wirklich wichtige Dinge auszugeben, wie Hungerhilfe etc.

  2. Prof. Dr. Heiner Lieske sagt:

    Für diesen Vortrag und den damit verbundenen Mut gebührt Herrn Löschke Dank und Anerkennung! In Zeiten, in denen man sich fragen muss, ob der für Herrn Schellnhubers „Große Transformation“ sicherlich notwendig werdende „Große Bruder“ noch zu vermeiden sein wird, sind solche Ereignisse Lichter in der Finsternis.

  3. Klaus-Eckart Puls sagt:

    Der CO2-Klima-Wahn kommt zunehmend auf den Prüfstand. Das ist mittlerweile welt-weit so. Deutschland hat sich und die EU mit den CO2-Minderungs-Zielen im Lissabon-Vertrag in eine schlimme Sackgasse begeben. Alle Parteien in Deutschland haben sich feige und dümmlich auf den gleichen gemeinsamen Nenner festgelegt: „Wir retten die Welt für Euch und Euere Kinder – Wähler kommt zu uns!“ Die Klima-Institute korrumpieren sich in „Auftrags-Forschungs-Geldern“ mit jeder beliebigen Regierung, Hauptsache es fließen weiterhin die Steuergelder in Pseudo-Forschung: Der Staat hat sich einer Pseudo-Wissenschaft namens „Klimaschutz“ bemächtigt. Auch der Finanzminister ist beim Klimaschutz immer dabei, der bezahlte CO2-Zertifikathandel spült ab 2013 satte 15 Mrd. Euro pro Jahr in die Staats-Kasse! Und die (meisten) Medien pflegen das hysterische Klima-Katastrophen-Gebäude fleißig mit, getreu der alten Presse-Weisheit: „only bad News are good News!“.
    Dieses alles ist keine Verschwörung, nein – viel einfacher: Eine Interessen-AG kassiert ab, die Bevölkerung zahlt die Zeche, Ideologen missionieren und diktieren.
    Und nun ein wohltuend kritisches Signal von HAYEK + LÖSCHKE: „Wir prüfen nach, wir ‚glauben‘ nicht mehr!“ Glückwunsch und Dank an beide !
    Das Wutgeheul der grünen Klima-Religions-Gemeinschaft bestätigt: Sie beide sind auf dem richtigen Gleis ! Weiter so!

    • Heiner Müller sagt:

      Hallo Herr Puls,

      wohl gesprochen! Ich würde Sie gern in der lokalen Presse hier im Raum Frankfurt zitieren, wäre das ok für Sie?

      Herzliche Grüße

      Heiner Müller

  4. Claus Eisgruber sagt:

    Den Vortrag von Hr. Prof. Löschke habe ich mit Interesse gelesen. Er teilt sich in einen für uns „Hayek-Anhänger“ unnötigen ersten und einen
    relevanten zweiten Teil. Im zweiten Teil kritisiert Hr. Löschke vollkommen zurecht -und das ist auch unser Thema- die Instrumente denen
    sich der Staat bedient, um seine umweltpolitischen Ziele durchzusetzen, also die Gesetzgebung, die Förder- und Regulierungspolitik. Unnötig,
    weil nicht unser Thema, ist die Diskussion ob und inwieweit ein Klimawandel stattfindet und ob dieser auf CO2-Emissionen, die auf
    menschliche Aktivitäten zurückzuführen sind, verursacht ist.

    In keinem Hayek-Buch habe ich eine naturwissenschaftliche Fachdiskussion gefunden. Ebenso ist Ludwig von Mises‘ „Praxeology“, keine
    Naturwissenschaft, sondern bedient sich – ähnlich der Mathematik – deduktiver Methoden, um menschliches Handeln zu untersuchen.

    Zum ersten Teil des Vortrags meine ich: Das ist nicht unsere Baustelle. Auch eine Gesellschaft, die naturwissenschaftlichen Unfug umsetzt kann
    freiheitlich sein. Ich möchte hier an das aus Asterix Heften bekannte gallische Dorf erinnern. Die glaubten der Himmel könne ihnen auf den Kopf fallen und man müsse dagegen Spitz gehauene Felsen aufstellen. Hätte das Dorf tatsächlich so existiert, dann wäre es trotzdem freiheitlich gewesen. Unser Thema ist das „wie“, also mit welchen Methoden die vermeintlich oder tatsächlich knappe Ressource CO2-Aufnahmekapazität der Welt auf die handelnden Menschen „umgelegt“ wird. Die Diskussion darüber, ob und in welchem Maße diese Ressource knapp ist, überlassen wir andern: Sich uneinigen Naturwissenschaftlern und ganz besonders den Bürgern, die sich mit aufgeschnapptem Halbwissen, Vorurteilen und Stereotypen, so gut sie eben können, eine Meinung bilden.

    Betreiber von Schulen haben immer und zu allen Zeiten versucht, die von ihnen erzogenen Kinder in ihrem Sinne zu indoktrinieren. Immer versuchten sie, die „Welt als Ganzes“ in ihrem Sinne zu beeinflussen. Hr. Löschke zitiert am Ende seines Vortrags ein Beispiel aus der Leipziger Schulverwaltung und sagt, ihm sei dieses aus DDR Zeit in gruseliger Erinnerung. Er sagt auch, Faschisten, Stalinisten und die kath. Kirche hätten dies genauso gemacht. Mit allem, was er sagt, hat er recht. Die Konsequenz daraus kann aber nicht sein, gegen die Indoktrinierung durch Schulen und Medien anzukämpfen. Demjenigen ginge es wie dem bekannten gegen Windmühlen kämpfenden Ritter. Es kann nur darum gehen Freiheit der Presse und des Schulwesens zu fordern. Freie Zeitungen und priv. Schulen verzapfen keineswegs weniger Mist, aber unterschiedlichen. Der Unfug gleicht sich aus und es herrscht ein einigermaßen erträglicher „gesunder Menschenverstand“. Wer mehr will, wird zwangsläufig Frustration ernten.

    Im zweiten Teil bespricht Hr. Prof. Löschke die Investitions- und Forschungsgelder lenkende Politik, die Unsummen an Steuergelder in Biotreibstoff, Windräder, Solaranlagen, Elektroautos etc. lenkt. Der Bürger bekommt im „Erneuerbare Wärmegesetz“ vorgeschrieben, eine Solaranlage aufs Dach zu machen, selbst wenn er bei sonnigem Wetter warme Vollbäder hasst. Die Liste staatlichen lenkerischem Unsinnshandeln ließe sich beliebig fortsetzen. Dieses Staatshandeln ist nicht nur ineffizient – was akzeptabel wäre – sondern auch ein unzulässiger Eingriff in die Freiheit. Eine Steuer auf CO2-Emissionen oder ein System handelbarer Emissionsrechte, wäre aber mit freiheitlichen Prinzipien durchaus vereinbar.

    Mein Fazit zum Vortrag daher:
    Der erste Teil, in dem es um Klima und CO2 geht, behandelt ein interessantes Thema, aber es ist nicht das unsrige als Freiheitsfreunde. Die Teile des Vortrags, in denen es um geeignete Instrumente staatlicher Umweltpolitik geht, sollten wir hingegen vertiefen.

  5. R. Kruse sagt:

    Es ist sehr bedauerlich, daß es scheinbar nicht mehr möglich ist, wissenschaftlich zu denken und zu argumentieren. Es ist wirklich eine starke linksgrüne Meinungsführerschaft festzustellen, die, umso erstaunlicher weil sie ja aus dem Protest milieu hervorgegangen ist, von bürgerlichen Rechten, von Meinungsfreiheit, Pluralismus und öffentlicher Diskussion nichts mehr hält, wenn es denn nicht ihrer Meinung oder besser noch nicht ihrem Glauben entspricht. Diese Menschen verheizen im wahrsten Sinne des Wortes den Wohlstand, den sich die vielen fleißigen Menschen im Land erarbeitet haben. Aber scheinbar ist das unbedenklich, wenn man von der Staatsknete gut lebt. Kurzum, wir brauchen eine neue Aufklärung. Nur die kann uns vor der Bevormundung durch solche Gruppen schützen!

  6. Dipl.-Ing. Max Kupillas sagt:

    Herr Prof. Dr. Dr. K. Löschke hat faktenbasiert den Unsinn der Klima-Ideologie entlarvt. Anstatt sich mit den Fakten und der Wissenschaft auseinander zu setzen, versucht man den Überbringer der Botschaft mundtot machen zu wollen. Am Aufschrei der Getroffenen kann man die Ideologen erkennen. Mein besonderer Dank gilt diesem mutigen Mann Herrn Prof. Löschke.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *